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Liebe
Michelle,
diesen
Brief haben wir dir geschickt, aber wahrscheinlich hat man ihn dir nicht
ausgehändigt. Aber so oder so, früher oder später wirst du deine Wurzeln suchen
und die Wahrheit erfahren wollen. Irgendwann wirst nicht mehr sagen können,
alles was geschrieben steht wäre von uns erlogen.
Zwei von
deinen Schulkolleginnen haben mir in der Szene geschrieben, dass es dir nicht
wirklich gut geht und dass du oft traurig bist. Auch schreiben sie, dass du oft
nach deinem Papa gefragt hast, wie es ihm geht, was er macht und wissen
wolltest, ob er eh noch um dich kämpft, weil du ansonsten ganz alleine auf der
Welt wärst.
Sie
berichteten mir, dass du dich oft bei ihnen beklagt hast, dass du in der
Pflegefamilie schlecht behandelt wirst, keine Liebe bekommst, dass du nichts
darfst und nichts bekommst und dass du in dieser Familie die Letzte bist. Auch
sollst du erzählt haben, dass du der alten Pflegefrau unterschreiben musstest,
dass du von deinem Papa nichts wissen willst. Es sind merkwürdige Methoden, dich
zu erziehen und dich an fremde Menschen zu fesseln.
Es tut mir
sehr leid für dich und darum nehme ich dieses auch unter anderem zum Anlass, dir
zu schreiben, damit du endlich weißt was wirklich Sache ist, denn es wird dir
anscheinend nicht die Wahrheit gesagt und eines Tages wird dir so Manches leid
tun.
Von
Vornweg aber möchte ich dir sagen, du brauchst keine Angst haben, dass du wieder
über deinen Papa ausgefragt wirst und aufs Gericht musst um über ihn schlecht zu
reden. da dein Papa sich um dich nicht mehr bemühen und auch nicht mehr kämpfen
kann und dass es keine weiteren Anträge mehr geben wird, da du sowieso immer nur
sagst, du willst deinen Papa nie wieder sehen, also wird er kein Geld mehr in
Rechtsanwälte und Anträge investieren, da sowieso alle Anträge abgelehnt werden.
Somit, mit
diesem Brief wollen wir nichts von dir, du sollst ihn nur lesen, da du
wahrscheinlich deinen Papa auch in weiterer Zukunft ablehnen wirst und aus
unserer Sicht eine Rückkehr zu uns sowieso nicht mehr stattfinden kann weil du
dich in unsere Familie nicht mehr einleben würdest und einfach schon so viel in
dir kaputtgegangen ist, dass ein Zusammenleben mit uns, bzw. bei uns gar nicht
möglich wäre, auch wenn wir dich gerne bei uns in der Familie hätten, damit du
zumindest noch was von deiner Jugend hast, wenn schon deine Kindheit total
verpfuscht war.
So war
auch aus diesem Grund der Vorschlag deines Papas, dass er dich zur Adoption frei
gibt, wenn du sowieso immer wieder beim Gericht und Jugendamt beteuerst, bei
deiner Pflegefamilie bleiben zu wollen. Unverständlich aber deine Reaktion, als
es dir deine Schulkolleginnen ausgerichtet haben, dass du voller Panik und
Entsetzen gerufen hast, du willst nicht dass dich dein Papa zur Adoption gibt!
Eine
Adoption wäre für dich allerdings unter den gegebenen Umständen das Beste, denn
dann hättest du offiziell eine Familie, die dich mit deiner Volljährigkeit nicht
wegschicken kann und du hättest doch eine gewisse Sicherheit. So aber wirst du
spätestens mit 18 Jahren entlassen und kannst selber schauen, wo du bleibst.
Dann bist nämlich auf dich gestellt und alleine.
Es ist
nicht richtig, wenn dir die Pflegefamilie einredet, dein Papa hätte dich schon
längst zur Adoption freigegeben, so wie du es deinen Schulkolleginnen erzählst!
Es stellt sich nämlich dann die Frage, warum dich dann die Pflegefamilie nicht
längst adoptiert hat, so wie den Timo, wenn sie alles unternehmen, damit du
ihnen erhalten bleibst. Warum wollen sie dich nicht adoptieren und warum wollen
sie diese Verantwortung nicht auf sich nehmen? Man kann diese Frage ganz einfach
beantworten: weil sie für dich jedes Monat und solange du bei ihnen bist schönes
Geld bekommen und würden sie dich adoptieren, würden sie für dich nichts mehr
bekommen!
Vier Jahre
hat sich dein Papa um dich bemüht und wollte für dich nur das Beste, was auch
deine verstorbene Mama gewollt hätte, weil wir deiner Mama versprochen haben,
uns um dich zu kümmern. Deine Mama hat damals sogar mich persönlich gebeten,
mich deiner anzunehmen und für dich zu sorgen und sie wollte dich damals schon
zu uns bringen. Es wurde aber durch die Lotte verhindert. Du wirst deinem Papa
auf jeden Fall niemals den Vorwurf machen können, er hätte um dich nicht
gekämpft und er hätte dich im Stich gelassen. Denn das dem nicht so ist, werden
dir eines Tages Berge von Akten belegen können.
Der
jahrelange Kampf um DICH und dein WOHL, um Gerechtigkeit und Aufklärung der
ganzen Missverständnisse haben deinen Papa ruiniert - wie finanziell,
existentiell so auch gesundheitlich.
Dein Papa
kann somit für dich nichts mehr tun und muss das leider so hinnehmen, auch wenn
es ihm wehtut, dass du ihn so verleumdest und von ihm nichts mehr wissen willst
und wenn er dich gerne glücklich und dich gerne aufwachsen sehen würde. Es tut
mir persönlich auch sehr Leid für dich, weil du nur einen Papa in diesem Leben
und auf dieser Welt, deinen letzten lebenden Elternteil hast und man dir nicht
beibringt, dieses zu schätzen, sondern ihn nur abzulehnen. Elternliebe kann kein
anderer Mensch ersetzen. Und: Dein Papa hat dich nicht vergessen.
Da du
deine Mama verloren hast, müsstest eigentlich froh und dankbar sein, dass dein
Papa lebt. Voriges Jahr war dein Papa sehr lange sehr schwer krank und du kannst
noch vom Glück reden, dass es ihn noch gibt. Du hättest ihn genauso verlieren
können wie deine Mama, ohne jemals wieder mit ihm gesprochen zu haben. Diese
Bürde und schlechtes Gewissen, dass du deinen Papa grundlos abgelehnt und ihm
soviel Unrecht tust, hättest du später als Erwachsene, sehr schwer zu tragen
gehabt. Diese schwere Bürde wird dir aber trotzdem nicht erspart bleiben, wenn
irgendwann erkennst, wie sehr du deinem Papa Unrecht getan und wie sehr du ihn
verletzt hast.
Es ist
halt sehr traurig und unnatürlich, dass du dich so dagegen wehrst, deinen Papa
zu sehen und mit ihm zu sprechen. Dein Papa hat dir nie etwas getan und er war
auch nie böse oder schlecht zu dir. Auch wenn es einige Probleme gab, als du
noch bei uns warst, wie zb. dass du soviel gelogen hast und du mit deinen Wut-
und Schreiausbrüchen viel Unfrieden gestiftet hast, so war dein Leben bei uns
sicher nicht so schlecht, wie du es allen möglichen Leuten heute noch
darstellst. Weißt du, Probleme gibt es im jeder Familie, doch bei uns warst du
nicht die Letzte, sondern warst unser Nesthäkchen, du hast von uns allen
Zuneigung und Aufmerksamkeit bekommen, wir allen haben mit dir viel unternommen
und du solltest das Schöne trotzdem nie vergessen, denn schöne Erinnerungen
machen dich nur stärker und zufriedener!
Was mich
sehr bestürzt ist, dass du offensichtlich so gegen deinen Papa aufgehetzt wirst,
so dass du glaubst, du musst ihn hassen und dass du dich so in einen
unbegründeten und grauenhaften, fast schon beängstigenden Hass reinsteigerst.
Hass vergiftet, macht krank, aggressiv, unglücklich und unzufrieden. Dass man
dich im Hass leben lässt finde ich unverantwortlich dir gegenüber und es ist
kein Wunder, dass du so verfrustet bist.
Sehr
schlimm ist aber auch, dass dir eingeredet wird, dein Papa wollte dich nur
zurück haben, damit er für dich nicht zahlen muss und er hätte sowieso nur
vorgehabt, dich anschließend in ein Heim zu stecken. Nun das stimmt definitiv
nicht! Dein Papa wollte dich zurück haben, weil du seine Tochter bist, ein Teil
von ihm, wie auch ein Teil von ihm in dir ist und dein Aussehen, liebes Mädchen,
kann deinen Papa nicht bestreiten. Du schaust genauso aus wie er und noch etwas:
ohne deinen Papa wärst du nicht auf dieser Welt. Dein Papa wollte dir ein
schöneres Leben ermöglichen, wollte mit dir Urlaube machen, mit dir Vieles
unternehmen und einfach nur dich – seine Tochter bei sich haben. Das ist der
natürlichste Wunsch jeder Eltern!
Genauso
schlimm ist, dass du selbst über deinen Papa so schimpfen musst. Schade, dass du
damals in der Szene1 nicht die Gelegenheit ergriffen hast, mit deinem Papa
vernünftig zu schreiben, sondern ihn nur wüst und frech und respektlos
beschimpft hast. Du sagst zu deinen Schulkolleginnen, du wünschst dir bei
Menschen zu leben, die dich über alles lieben und dich respektieren. Nun liebe
Michelle, du musst selbst lernen, die anderen zu respektieren, damit du einen
Respekt zurückbekommst.
Am
Schäbigsten ist aber dir wie auch deinem Papa gegenüber, dass man dir eingeredet
hat, dein Papa wäre schuld am Tod deiner Mama! Deine Mama ist eines natürlichen
Todes gestorben und daran, dass sie heroinsüchtig wurde, da hat niemand Schuld
daran und dein Papa schon gar nicht! Deine Mama hat sich letztendlich selbst für
Drogen entschieden, obwohl sie wusste, was Drogen anrichten und zerstören und
dass sie deine Existenz aufs Spiel setzt. Man kann nicht gleich zum Heroin
greifen, wenn man sich von seinem Partner kennt. Wenn sich zwei Menschen nicht
mehr verstehen, dann ist es besser, sie trennen sich. Dein Papa blieb länger bei
deiner Mama als er gewollt hat und zwar nur deinetwegen, weil er sich um dich
gesorgt hat und weil er Angst hatte, was aus dir wird, wenn du alleine bei
deiner Mama bleibst. Du siehst selber, er hat sich begründet Sorgen gemacht. Das
Ganze hatte aber nichts mit mir zu tun, denn das Vorhaben von deinem Papa, deine
Mama zu verlassen hat er schon gehabt, noch bevor er mich kennen gelernt hat.
Ich habe dir deinen Papa sicher nicht weggenommen, so ist dein Hass auf mich
ebenfalls unbegründet und äußerst unfair, wenn du über mich nur
Abscheulichkeiten erzählst. Aber auch ich bin dir nicht böse, ich mag dich nach
wie vor und würde dir nie etwas Schlechtes wünschen.
Dass man
über deinen Papa in deiner Anwesenheit schimpft, dass man dich warnt und dir
anträgt, vor uns davonzulaufen, wenn du uns siehst, weil wir dir sonst was antun
würden, soll nur dazu dienen, dass du vor uns Angst hast und dass man dich
deinem Papa entfremdest, dass du ihn ablehnst und hasst und du deshalb nicht mit
ihm reden willst, damit du die Wahrheit nicht erfährst und du nicht mehr zu ihm
zurückkehren willst und damit du notgedrungen bei der Pflegefamilie bleibst. Die
Pflegefamilie will ganz sicher gehen weil sie dich ganz einfach nicht mehr
hergeben will, weil sie für dich jeden Monat viel Geld bekommt. Du bist nur das
Opfer von einigen sehr egoistischen Menschen, die dein Wohl nicht interessiert.
Leider! Diese Personen vergessen, dass das Wichtigste für ein Kind und seine
Entwicklung ist, wenn es bei seinen Eltern aufwachsen kann.
Es ist
sehr schlimm und sehr egoistisch und auch ungesetzlich, wenn fremde Menschen
dich – ein fremdes Kind gegen den eigenen und letztlebenden Elternteil
aufhetzen, nur um dich nicht zu verlieren und weil sie wahrscheinlich Angst
haben, dass du dich für deinen Papa entscheiden könntest, wenn du die Wahrheit
über die ganze Sachlage wüsstest.
Es sind
viele Begebenheiten und Dinge, die du nicht weißt, weil man sie dir verheimlicht
oder falsch erklärt. Dir bleibt natürlich nichts anderes übrig, als dieses zu
glauben, weil du dir und deinem Papa keine Chance gibst, miteinander zu reden.
Man muss sich immer beide Seiten anhören, um sich ein eigenes und gesundes Bild
über die Situation zu machen. Einfach einen Menschen zu verurteilen ohne mit ihm
gesprochen zu haben ist ein großer Fehler.
Das du aus
deiner Situation raus nicht anders kannst, weil du nicht mehr weißt, wem du noch
vertrauen kannst und wer zu dir ehrlich ist, dafür hat dein Papa Verständnis und
hat sich damit abgefunden, dass er dich an fremde Menschen verloren hat. Dein
Papa hat dir die ganzen Unterlagen, Gerichtsbriefe und Akten aufgehoben und wenn
du erwachsen bist und nach deinen Wurzeln suchen wirst, wirst du die traurige
Wahrheit erfahren. Ich habe für dich ein Fotoalbum gemacht, wo du eines Tages
sehen wirst – was du anscheinend vergessen hast – dass es dir bei uns gut
gegangen ist und dass du ein sehr süßes, fröhliches und glückliches Mädchen
gewesen bist. Leider wird dir keiner die Zeit zurückgeben können, die man dir
und deinem Papa gestohlen hat und die ihr die ganzen Jahre nicht miteinander
verbringen habt können.
Vor mehr
wie vier Jahren hat man deinen schlechten psychischen Zustand ausgenutzt und
dich bei deinen Lügengeschichten unterstützt. Was du nicht weißt, dass damals
das Jugendamt schon Monate zuvor deinen Papa zu überreden versuchte, dich
herzugeben, damit sie dich in eine Pflegefamilie stecken können und da hat die
„wahnsinnige Doris“ wie du sie genannt hast auch schön übel mitgespielt. Leider
bist du an Menschen geraten, die deine Lügen bereitwillig geglaubt haben und wer
weiss was sie dir alles versprochen haben, damit du über uns schäbig und
schlecht redest. Du hast dir damit lediglich eingehandelt, dass du deinen Papa
und eine Familie verloren hast. Wir verstehen deine Situation, dass du dich
nicht zuzugeben traust, dass du Dinge erfunden und dass du gelogen hast, da du
Angst vor Konsequenzen hast und davor, dass du dadurch dein Gesicht verlieren
würdest.
Du sollst
aber wissen, dass wir dir nicht böse sind, dass du nach wie vor Lügen über uns
verbreitest und uns schlecht machst, vor allem dass du mich als „geisteskranke
Frau“ bezeichnest und meine Tochter als eine „Bitch“ und über deinen Papa sagst
er wäre ein „blöder Mann, der dich am A*** lecken kann weil er dich nicht haben
wollte und den du hassen tust“. Ich will darauf gar nicht eingehen, weil wir uns
denken, dass du das nicht so meinst, sondern dass du gar nicht anders kannst,
weil du das gewissen Leuten recht machen musst und du das sagst, was man von dir
hören möchte und auch so lebst, wie man es von dir erwartet.…
Du
erzählst auch deinen Freundinnen, dass du für dieses Verhalten, wenn du genau so
tust, wie es von dir die Pflegefamilie erwartet monatlich 100 Euro Belohnung
bekommst. Es zeigt, dass du nicht die Freiheit hast, dich zu entwickeln wie du
möchtest, nicht sein darfst wie du bist und auch nicht sagen darfst was du
denkst und fühlst, sondern dass du zu einer Marionette gemacht worden bist.
Armes Mädchen, denn diese Menschen wissen nicht, was sie dir damit antun!
Du sollst
aber auch wissen, dass auch du als Kind bzw. Teenager Rechte hast. Du hast das
Recht auf deine Meinung, du hast das Recht angehört zu werden, dich zu äußern wo
und bei wem du leben möchtest und ebenfalls das Recht mit deinem Papa jegliche
Kontakte zu haben, dazu gehören auch Briefkontakte – Briefe zu schreiben und zu
empfangen. Dein Papa hat dir oft geschrieben, doch anscheinend weißt du nichts
davon, weil man dir die Briefe und Karten und Glückswünsche nicht gegeben hat!
Du hast wohl auch das Recht mit deinem Elternteil zu leben. Niemand hat das
Recht, dir die Kontakte zu deinem Elternteil zu verwehren und zu verbieten und
dich zu entfremden oder dich gegen deinen Elternteil aufzuhetzen und auch nicht
das Recht deinen Elternteil schlecht zu machen.
Ich würde
dir so sehr wünschen, dass du auf dein Herzerl hörst und den Mut aufbringst, so
zu sein, wie du bist, das zu sagen, was du meinst und denkst und dich - wenn du
es möchtest - zu deinem Papa bekennst. Dein Papa ist ein guter Mensch und es
macht ihn sehr traurig, dass du ihn so ablehnst. Er hat dir nie etwas
getan!
Auch
wünsche ich dir, dass du dir selbst vergibst und auch allen anderen und dass du
den Hass aus deinem Herzen verbannst und einfach nur glücklich bist egal wo und
bei wem du lebst.
Ich
wünsche dir aber auch, dass du lernst, Recht und Unrecht und Wahrheit und Lüge
voneinander zu unterscheiden und zu erkennen, wer es tatsächlich mit dir gut
meint und wer dich nur benutzt.
Alles
Liebe |