|
Böhmens Landschaft
Böhmen liegt am Meer, liest man in Shakespeares «Wintermärchen». Und tatsächlich: Kann man die weit ausschwingende Landschaft mit den Hügeln und Tälern, Wäldern und Fluren, Seen und Mooren in ihrer Verlassenheit besser beschreiben denn als stillen Ozean? Es ist ein ewiger Kindheitstraum, der sich hier auftut - mit Flüssen, die fließen wie sie wollen; mit Wäldern, die der Pilze und Früchte nicht entbehren; mit Wegen, die im Spalier der Bäume stehen, und Häusern, in denen die einfachen Dinge wohnen.
Berg Říp - der heilige Berg der Tschechen, denn hier fing alles an: Nach einer Saga entstammen die Tschechen einem slawischen Volk, welches jenseits der Tatra lebte. Zwei Herzöge, zwei Brüder Čech und Lech machten sich auf, um mit Familien und Freunden eine neue Heimat zu suchen um im Frieden leben zu können. Erst nach der Überquerung der Moldau fanden sie noch nicht besiedelte Gebiete. Dort soll Čech unter einem aus der Gegend herausragenden Berg ein Ruhelager aufgeschlagen haben. Die mit ihm gereisten Herzöge befanden den Boden für ertragreich. Am Morgen bestieg Čech den Berg (der Sage nach handelt es sich um den Říp) und sah weit und breit unbesiedeltes Land. Am dritten Tag berief er dann seine Herzöge, beriet sich mit ihnen, und sie beschlossen zu bleiben. Auf die Frage, wie sie nun das Land benennen sollen, riefen alle: „Nach dir, nach dir“.
Sämtliche Fotos dieser Seite sind vom Prager Fotografen
Lubomír Stiburek gemacht worden. |